Landesdenkmalschutz am Flughafen


Die Flughafengesellschaft BBI hat 2006 mit dem Riesenprojekt ein Bauvorhaben in Höhe von nahezu 3 Milliarden Euro Gesamtkosten begonnen. Als Großbauprojekt ist die Betreibergesellschaft verpflichtet, den Landesdenkmalschutz am Flughafen BBI umzusetzen. Das bedeutet, dass auf dem Baugebiet befindliche Bodendenkmale vor einer durch den Bau verursachten Zerstörung archäologisch untersucht und dokumentiert werden mussten. Infolgedessen entwickelte sich unter Leitung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM) ab 2003 eines der größten Ausgrabungsvorhaben Brandenburgs. Die durch die Umsiedlung des Dorfes Diepensee auf 14 Hektar Fläche realisierte grundhafte Erforschung des Bodens brachte spektakuläre Ergebnisse zutage. Die ältesten gefundenen Zeugnisse menschlicher Besiedlung konnten aus der Mittelsteinzeit um 7000 vor Christus nachgewiesen werden. Des Weiteren konnte das bislang unbekannte mittelalterliche Angerdorf Dypensey mit einer Dorfbefestigung, zwei Straßen und zahlreichen Hauskellern nahezu komplett rekonstruiert werden.

Die Ausstellung über die Funde des Landesdenkmalschutzes am Fluhafen BBI

Ausgestellt wurden die Funde aus der Arbeit des Landesdenkmalschutzes am Flughafen BBI in einer Ausstellung in der airportworld bbi sowie der Ausstellung “Zwischenlandung im Mittelalter – Archäologie für den Hauptstadtflughafen BBI – Die Ausgrabungen in Diepensee” im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg im Paulikloster Brandenburg zu sehen. Ergänzend wurden ebenfalls Besuche der Ausgrabungsstätten vor Ort angeboten. Diese Ausgrabungen ermöglichten völlig neue Forschungsansätze in der wissenschaftlichen Arbeit beispielsweise bei der Untersuchung planerischer Vorgaben der Parzellierung des Dorfes.

Die Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalschutz am Flughafen BBI

In einem anderen Zusammenhang prüft der Landesdenkmalschutz am Flughafen BBI derzeit auch, ob das als „Generalshotel“ bekannte Empfangs- und Abfertigungsgebäude erhalten wird. Dem Baudenkmal, isoliert im Sicherheitsbereich des Flughafens liegt, droht der Abriss. Ironischerweise soll dort, wo ehemals die ehemalige DDR-Regierung ihre hochrangigen Gäste einquartierte, soll das hochmoderne Regierungsterminal entstehen. Das beim Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft eingereichte Planänderungsverfahren läuft noch, als historisches Zeitdokument liegt eine Erhaltung des architektonisch imposanten Gebäudes immerhin sehr im Interesse des Denkmalschutzes.

Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalschutz am Flughafen BBI erfolgt im Rahmen der Umsetzung des Schallschutzprogrammes. Hier kann jeder Haus- und Wohnungseigentümer eines anliegenden Grundstückes unter bestimmten Maßgaben einen Antrag auf Kostenerstattung bei der Flughafen Schönefeld GmbH stellen. Bei der Umsetzung der Lärmschutzverordnung müssen auch Vorgaben des Denkmalschutzes berücksichtigt werden.